Maine Coons mit Polydaktylie

(engl. Polydactyly / Polydactylism) - Mehrzehigkeit







Wird man als absoluter Laie unvorbereitet mit einer polydaktilen Maine Coon Katze konfrontiert, so fallen einem sofort die dicken Vorderpfoten und/oder Hinterpfoten auf.

Früher besaßen 40% der ursprünglich unregistrierten Maine Coons Polydaktylie.

Polydaktylie ist keine Behinderung oder Verkrüppelung. Im Gegenteil die Polypfötchen sind voll beweglich. Polaykatzen sind sogar in der Lage durch die Mehrzehigkeit sich vorteilhafter beim klettern auszubalancieren , als z.b. Katzen ohne Mehrzehigkeit. Als Besitzer einer Polydaktilen Katze muss man lediglich darauf achten, das die Krallen an den Polyfüsschen regelmäßig geschnitten werden.

Polydaktile Maine Coons sind heutzutage schon wieder öfters in der Zucht anzutreffen, vor einigen Jahren hatten nur wenige Catteries in Deutschland und weltweit polydaktile zuchtfähige Katzen - weil der Maine Coon Standard die Mehrzehigen aus der Champions-Kategorie ausschließt. Der Grund dafür ist, dass das Gen, das die Vielzehigkeit verursacht, sehr unterschiedlich wirkt. Obwohl es ein dominantes Gen ist, tritt es nur bei etwa 50 % der Kitten auf und kann bei der am meisten vorkommenden Form der Polydactylie (der variablen Form) bei jedem der Wurfgeschwister anders aussehen - ist also unterschiedlich in der Ausprägung.

Da das Gen für Polydaktilie ein dominantes Gen ist, ist es möglich, es aus einer Linie herauszuzüchten. Genauso muss, damit Poly`s fallen, mindestens ein Elternteil eingesetzt werden, das Polydaktilie hat. Das Polygen ist keine rezessive Eigenschaft, also muss es in irgendeiner Form vorliegen, wenn Poly-Jungtiere fallen sollen. Es wurde bei Poly-Züchtern beobachtet, dass die Jungtiere ohne Poly bei einem Poly-Elternteil einen scheinbar schwereren Knochenbau haben als Jungtiere einer Verpaarung ohne Poly. Die stärkeren Knochen sind häufiger in den vorderen Beinen und im Brustkorb wahrnehmbar. Einige Züchter berichten, dass die extra Zehe größer und breiter wirkt als die doppelte Rückkralle (sog. Daumen).
Polys können in den verschiedensten Katzen-Zuchtbüchern in den USA, z.B. die Cat Fanciers Association (CFA) und The International Cat Association (TICA) registriert werden.

Geschichte:

In amerikanischen Volkssagen wurde behauptet, dass diese Katzen wilde Jäger waren und ihre übergroßen Pfoten dazu benutzten, lebende Fische aus den Flüssen zu fangen.

Untersuchungen an Katzen mit Polydaktylie zwischen den 40er und 70er Jahren hatten gezeigt, dass diese Eigenschaft anfangs wahrscheinlich bei Katzen vorgekommen ist, die mit den aus England Mitte des 16. Jahrhunderts kommenden Puritanern in die Bostoner Region ausgewandert waren. Als Forscher Zählungen von Poly-Katzen machten, stellten Sie fest, dass in der Gegend um Boston eine größere Population angetroffen wurde als in New York City oder Chicago.

Naturwissenschaftler vermuten, dass die unmittelbaren Nachkommen von diesen Katzen an Bord von Handelsschiffen lebten und bald ihren Weg nach Halifax; Yarmouth, Minneapolis und Nova Scotia fanden. Diese Regionen haben nun beträchtliche mehrzehige Katzenpopulationen. In Europa sind Katzen mit Polydaktylie praktisch nicht vorhanden, da im Mittelalter jede Katze, die außergewöhnlich war, aufgrund von Aberglaube (Hexerei) umgebracht wurde (Kelly, Larson, 1993).



In amerikanischen Volkssagen wurde behauptet, dass diese langhaarige Katzen wilde Jäger waren und ihre übergroßen Pfoten dazu benutzten, lebende Fische aus den Flüssen zu fangen.

Die Polydaktylie entwickelte sich durch eine spontante Mutation vor vielen, vielen Jahren in wilden Maine Coons, die im Staate MAINE/ Nordamerika lebten. Die ersten polydaktilen Katzen schienen mit ihren Extrazehen recht glücklich gewesen zu sein, weil die Mutation nicht ausstarb, wie das mit vielen unpraktischen Mutationen geschieht. Die Eigenschaft wurde weitergegeben und verbreitete sich unter den sogenannten "Coon Katzen" Maines. Diese genetische Spezialität ist auch heute noch immer in den wilden Coons zu finden.

Die Katzen mit den Extrazehen haben wohl tatsächlich einen Vorteil gegenüber normalen Pfoten: Sie tragen SCHNEESCHUHE! Sie haben in den harten Wintern Maines und Canadas wirklich eine bessere Chance, in Eis und Schnee zu überleben. Multifunktionelle Extra-Haken, um auf eisigen Felsen und Baumstämmen zu klettern, oder um besser Fische und Mäuse zu fangen, größere Pfoten, die nicht so leicht im Schnee versinken, oder einfach die bessere Bodenhaftung bei jeder Witterung.

Polydaktylie ist keine Mißbildung, wie oft fälschlich behauptet wird. Es verursacht weder Schmerzen, noch führt es zur Gehunfähigkeit. Es ist keine Qualzucht, wie deutsche Wissenschafter behaupten und sie führt auch nicht zum Tode des Tieres. Im Gegenteil:
polydaktile Lebewesen, ob Mensch oder Tier, haben gelernt, die zusätzlichen Finger oder Zehen sinnvoll einzusetzen. Es ist kein Geheimnis, daß polydaktile Maine Coons wesentlich flinker und wendiger sind als ihre schmalfüßigen Schwestern und Brüder. Sie haben einen kräftigeren Knochenbau und sind geschickte Kletterer, wesentlich mutiger und absolut begnadete Jäger. Beute, einmal gefangen, entschlüpft diesen Pfoten nie mehr, weil sie komplett umfaßt wird.

Im Staate Maine sind diese Schneeschuhkatzen als Haustiere sehr beliebt, wenn nicht sogar die EINZIG WAHRE Maine Coon, wenn man den Mainer fragt.

Jahrhundertelang - so wird überliefert- war die polydaktile Maine Coon der Inbegriff der Maine Coon Katze.
Erst den Züchtern der Neuzeit war es vorbehalten, diese Katze als Mißgeburt zu diskreditieren und sie als Gesundheitsrisiko aus den Reihen der Zuchtkatzen zu entfernen. Dabei wurde ein wichtiger Faktor gänzlich übersehen: In ungezählten Pedigrees tauchen unter den Vorfahren polydaktile Katzen auf, ohne Auswirkung auf die Gesundheit oder Beweglichkeit unserer Katzen zu haben....



Maine Coon Polys im Standard der Zucht:



Im Original lautete damals der Vorschlag für den Zuchtstandard für MC-Pfoten folgendermaßen:
"Sie können extra Zehen an jedem und allen Beinen haben".
Die Beschreibung "an jedem und allen Beinen" wurde später geändert, zu lesen war nun "fünf Zehen vorn und vier hinten".
Nach Meinung vieler Polyliebhaber wurde dies nicht wegen der Gesundheit der Polys getan, sondern war ein wirtschaftlicher Entschluss. Es war teuer, mehrere Katzen in Shows zu zeigen, ohne den Nutzen eines Showstatus zu haben.
Die Liebhaber akzeptierten und die Maine Coon Breeders und Fanciers Assosiation (MCBFA) stimmten dafür, die schmaleren Füße zu berücksichtigen. Die Poly-Klausel wurde aus dem Standard entfernt.
Viele waren der Annahme, es geschah, weil es eine ernsthafte Deformierung wäre. Für die nächsten 30 Jahre war es ein ungeschriebenes Gesetz in der MCBFA, dass die Poly nicht existiert. Polys konnten für die Zucht genommen werden, aber alle Poly-Jungtiere wären als Liebhabertiere zu verkaufen. Diese Jungtiere sollten still und heimlich in Liebhaberhaushalten platziert werden. Es wurde in Marilis Hornidge`s Buch "That Yankee Cat, the Maine Coon" (Harpswell Press, 1981) berichtet, dass die Anzahl der Krallen an den Pfoten sehr strittig von allen Fassungen des Standards für die Maine Coon diskutiert wurde. Nach Hornidge war "die traditionelle MC häufig eine Poly oder vielzehige Katze." Polys können in den verschiedensten Katzen-Zuchtbüchern in den USA registriert werden. Dies schließen die Cat Fanciers Association (CFA), The International Cat Association (TICA), American Cat Fanciers Association (ACFA) und Cat Fanciers Federation (CFF) nicht aus. Aber Tatsache ist, dass die Registrierung einer Maine Coon nicht darauf hinweist, ob sie Poly ist oder nicht. Es wird traditionell gemacht, aber keine Vorschrift, ein "P" an einer beliebigen Stelle im Namen einzufügen, um diese Katze als eine Poly zu kennzeichnen. Polys können keinen Champion-Status erringen, da zusätzliche Zehen eine Abweichung vom Showstandard sind.

Da das Gen für Polydaktylie ein dominantes Gen ist, ist es möglich, es aus einer Linie herauszuzüchten. Genauso muss, damit Polys fallen, mindestens ein Elternteil eingesetzt werden, das Polydaktylie hat. Dieses dominante Gen wird nur zu 40% bis 50% weitergegeben. Wenn weder Vater noch Mutter polydaktyle Katzen sind, dann können auch keine polydaktylen Kitten fallen.

Nach Dr. Montgomery (Knochen- und Gelenkspezialist, Auburn Hochschule für Tiermedizin) "wussten in der Vergangenheit viele Halter nicht, dass ihre Katze Polydaktylie hat". Dies kann erklären, warum manche Züchter über ein Poly-Jungtier berichten, dessen Eltern nicht Polys sind. Diese Katzen mögen eine kleine nicht wahrnehmbare Zehe haben, die genetisch von Generation zu Generation weitergegeben wurde.

Das Polygen ist keine rezessive Eigenschaft, also muss es in irgendeiner Form vorliegen, wenn Poly-Jungtiere fallen sollen. Es wurde bei Poly-Züchtern beobachtet, dass die Jungtiere ohne Poly bei einem Poly-Elternteil einen scheinbar schwereren Knochenbau haben als Jungtiere einer Verpaarung ohne Poly. Die stärkeren Knochen sind häufiger in den vorderen Beinen und im Brustkorb wahrnehmbar. Einige Züchter berichten, dass die extra Zehe größer und breiter wirkt als die doppelte Rückkralle (sog. Daumen).

Diese Besonderheit ist vererbbar als eine autosomale (nicht geschlechtlich gebundenes Chromosom) einzeln herausragende Eigenschaft, das wahrscheinliche Ergebnis durch Herbeiführen einer Veränderung, das übermäßige Wachstum von Gliedmaßen in diesem Bereich (Sis & Getty, 1968). Die Vorderpfoten sind häufig betroffen; gewöhnlich zeigen sich 5 Zehen in Verbindung mit der Rückkralle. In Verbindung der zusätzlichen Zehen hat jede Zehe ihren eigenen Abschlussballen. Nach der Cornell Universität für Tiermedizin, Cat Watch (1998), haben Katzen, die überzählige Zehen tragen, das dominante Gen Pd (Standardzahl für Zehen ist Pd). Dies bedeutet, dass eine Katze, die nur eine Kopie dieser Gene haben soll, ein Elternteil benötigt, welches diese Eigenschaft haben muss. Die Gene geben genau die Gewebeformung an den Enden der Gliedmaßen vor, wo der Zeh sich bei dem wachsenden Embryo formen wird.

Das einzige Problem scheint: wenn die Nägel nicht geschnitten werden, kann eine Zeheninfektion auftreten oder eine ständig wiederkehrende traumatische Verletzung. Die Zehennägel neigen dazu, zu lang zu wachsen und können in einem Halbkreis in den Ballen wachsen. Viele Tierärzte glauben nicht, dass Polydaktylie eine Deformation sei. Es ist als Anomalie zu betrachten, und eine Anomalie ist definiert als "Abweichung von der Regel oder normalen Form" (Funk & Wagnalls Standard College Lexikon, 1973).

Es ist unklar, warum diese harmlose Variante nicht für den Showstatus zugelassen wird, während andere Züchtungen mit tödlichen Charakteristika zugelassen werden. Nach "The Book of The Cat (Wright, Walters, 1980) vererben die Manx, die Scottish Fold und die Japanese Boptail genetische Defekte. Die Gene der Manx und der Japanese Boptail können Jungtiere produzieren, die Abnormitäten in der unteren Region des Rückenmarks aufweisen. Jungtiere können lebend mit offenem Rückgrat als Krüppel geboren werden. Katzen mit Ohren, gefaltet wie die einer Scottish Fold, können Abnormitäten aufweisen wie Knorpelwachstum rund um die Pfoten, eine Einschränkung der Lauffähigkeit. Zur Anschaffung einer Poly Maine Coon muss man sich zeitweise auf eine Warteliste setzen lassen.



Es gibt weltweit nur eine begrenzte Zahl von Züchtern. Zusätzlich ist für die Poly etwas mehr zu bezahlen. Diese Poly Maine Coon wird genauso sein wie eine schmalfüßige, außer der Anzahl von Zehen. Man kann Polys in den selben Farben und Markierungen bekommen wie jede Maine Coon. Polykatzen sind für uns etwas ganz Besonderes und werden nur an besondere Liebhaber dieser Variation nach gründlicher Prüfung abgegeben.



Polydaktile Formen: 



Es gibt 2 Arten, wie die Polyfüße aussehen können . Das ist zum einen die
Patty Foot Form und zum anderen die Mittens Foot Form.
Die "Hamburger / Patty Foot" Form verleiht der Pfote ein Aussehen, das an einen Hamburger (kreisrund) oder ein kleines Pastetchen erinnert. Das kommt dadurch zustande, dass das Gen nicht an der Innenseite der Pfoten ansetzt sondern in der Mitte oder außen, indem es mehr als 4 Finger erzeugt. Die zusätzlichen Finger / Zehen sind also welche, die aus 3 Finger-/ Zehengliedern bestehen.



Die "Mittens" Form verleiht vor allem den Vorderpfoten das Aussehen, als würde die Katze Fausthandschuhe (mitten pawed engl. = Fausthandschuh, Fäustlinge) tragen. Das kommt dadurch zustande, dass das Polygen hier an der Innenseite der Pfote wirkt, und zwar kann es dies auf 2 Arten tun:

1. ) Es kann an den Vorderfüßen die sog."Afterkralle" (englisch Dewclaw=unterentwickeltes Zehenglied) zu einem Daumen (Thumb) verlängern, also zu einer Zehe, die länger ist als normal, aber nur 2 und keine 3 Fingerglieder hat und damit nicht so lang ist wie die 4 anderen Zehen.
2.) kann es die Afterkralle verfielfältigen - die lange und die kurze Form (also Daumen und Dew Claw) dieser Afterkralle.



Dann gibt es noch eine Form der Polydactylie, hier befinden sich an jeder Pfote 6 (+/- 1) voll funktionstüchtige Zehen - wobei auch alle (!) Krallen einziehbar sind - die auch in nahezu derselben Konstellation an den Nachwuchs weitervererbt werden. Das ist die sogenannte Masterweaver Linie (http://www.Prairiebaby.ca) - weitergezüchtet aus polydactylen Foundationtieren Amerikas.
Maine Coon Cattery BattleCreek